Columbo: Tiefe Wasser

Inspektor Columbo untersucht den Vorwurf der akuten Giftigkeit von Chlordioxid

Die von Peter Falk verkörperte Filmfgur „Inspektor Columbo“ wurde ab den 1970ern weltbekannt für ihren scharfsinnigen Verstand, ihren Humor und ihre unkonventionellen Methoden. Er überführte die Täter durch scheinbar belanglose Fragen und seiner unnachahmlichen Beharrlichkeit. Die nachfolgende, fiktive Auseinandersetzung mit „Herrn Experte“ ist eine Hommage an den ungewöhnlichen Stil Columbos, um das trockene Thema der Widerlegung der akuten Giftigkeit von Chlordioxid unkonventioneller zu gestalten.

Gleichzeitig ist diese Argumentationskette aber real belastbar in ihrer Bedeutsamkeit und zeigt auf, dass die offiziellen Angaben hierzu irreführend, irrelevant und realitätsfern sind. Wir kommen daher nicht umhin, andere Methoden zu finden, um eine mögliche Toxizität von Chlordioxid zu erforschen.

Am Ende des Beitrags ist unsere Argumentationsführung noch einmal übersichtlich zusammengefasst.

(Inspektor Columbo betritt den Raum, trägt wie immer seinen zerknitterten Trenchcoat und scheint etwas abgelenkt, als würde er sich nicht ganz auf die Situation konzentrieren. Doch sein scharfer Blick verrät, dass er jedes Detail aufnimmt.)

Columbo: Also, wenn ich Sie richtig verstanden habe, Herr Experte, sagen Sie, dass die Substanz Chlordioxid giftig ist? So richtig gefährlich?

Herr Experte: Absolut, Inspektor. Der LD50-Wert, der für toxische Vergleiche für alle Stoffe ermittelt wird, spricht für sich: 292 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht [1]. Das ist ein eindeutiger Beweis, wissenschaftlich ermittelt!

Columbo: 292 Milligramm? (zieht die Stirn kraus) Das klingt wirklich ziemlich hoch. Ja, das klingt… tödlich. Ich frage mich nur… (macht eine Pause, als ob er nachdenkt) … wie schluckt man denn eigentlich so ein Gas?

Herr Experte: Ah, naja, natürlich wird das Gas Chlordioxid in Wasser gebunden. Sie trinken es als Chlordioxidlösung, Inspektor.

Columbo: Aha, verstehe. (nickt zustimmend) Und wie viel müsste ich dann trinken, so rein hypothetisch, um… naja, um diese Menge aufzunehmen?

Herr Experte: Nun ja, bei Ihrem Gewicht? (mustert Columbo abschätzig) 292 mg CD entsprechen ungefähr 97ml CDL … hm, sagen wir mal, etwa… so sechs bis sieben Liter.

Columbo: Sechs bis sieben Liter? (hebt überrascht die Augenbrauen) Sie meinen, von dieser puren Chlordioxidlösung? (verzieht unbehaglich sein Gesicht)

Herr Experte: Äh… ja, genau, also für den LD50-Wert, ja.

Columbo: Ok, das ist viel … sehr viel. (tippt sich nachdenklich an die Stirn) Aber wie schafft man denn überhaupt, so viel auf einmal zu trinken? Denn das ist doch, was der LD50 aussagt, Einmaldosis, oder?

Herr Experte: Ja, naja, äh… vielleicht, wenn jemand durstig ist… oder gezwungen wird… oder, äh, keine Wahl hat.

Columbo: (schüttelt den Kopf, als ob er das nicht ganz glauben kann) Wissen Sie, ich denke da an meine Frau. Sie trinkt ja oft mal ein bisschen zu viel Kaffee… aber sobald sie übertreibt, da erbricht sie sich einfach. Da schafft sie niemals so eine Menge. (lacht leise) Ich meine, egal von welcher Flüssigkeit. Wer könnte denn so viel auf einmal trinken? Und wäre das bei diesem Zeug nicht genauso, dass man sich recht bald reflexartig übergeben würde? Also noch früher als bei Kaffee …

Herr Experte: Ja, aber… genaugenommen ist der LD50 ja ein theoretischer Wert … es geht ja schließlich um die letale Dosis, die wir irgendwie messen müssen. Aber, wenn jemand Durst hat und wirklich entschlossen ist…

Columbo: (schneidet ihm das Wort ab, scheinbar abschweifend) Apropos entschlossen… meine Frau sagt immer, ich sei stur wie ein Esel. Wissen Sie, warum? (wartet keine Antwort ab) Weil ich immer alles bis zum Ende wissen will. Zum Beispiel… (zögert, als ob ihm gerade etwas eingefallen wäre) Wasser! Chlordioxidlösung besteht doch zu 99,7 % aus Wasser. Wie „giftig“ ist denn eigentlich reines Wasser, wie hoch ist da der LD50-Wert?

Herr Experte: (lacht nervös) Wasser? Na ja, der LD50-Wert liegt hier bei etwa 90 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht [2]. Aber das ist ja… äh… nicht wirklich vergleichbar.

Columbo: (starrt Herrn Experte plötzlich mit klaren Augen an) 90 Milliliter! Dann ist ja nach diesen offiziellen Werten… Wasser giftiger als Chlordioxid mit 97 Milliliter?! Die Todesursache bei einer „Wasservergiftung“ ist doch Hyponatriämie, also Störung des Elektrolythaushalts durch Verdünnung des Blutnatriums [3]

Herr Experte: (verschluckt sich an seinen Worten) Äh, ich… nein, Sie wollen doch nicht andeuten, dass Wasser giftiger als Chlordioxid ist?

Columbo: (lächelt freundlich) Nein, ich deute gar nichts. Die wissenschaftlichen, offizellen LD50-Zahlen sprechen doch für sich. Denn dient der LD50-Wert nicht eben dazu, Stoffe untereinander in ihrer akuten Toxizität zu vergleichen?
Nun, eine Frage hätte ich noch, nur so am Rande: Wie wurde dieser LD50-Wert für Chlordioxid eigentlich ermittelt?

Herr Experte: (wischt sich den Schweiß von der Stirn) Oh, das ist einfach. Mit Ratten. Magensonde, Standardverfahren[4], verstehen Sie?

Columbo: (zieht die Augenbrauen hoch, scheinbar erstaunt) Ratten, ja? Wissen Sie, da ist eine Sache, die ich noch nicht verstehe …  Ratten können doch gar nicht erbrechen[5]? Wie Pferde. (lässt den Satz wirken) Wissen Sie, was ich denke? Ich denke, der Tod dieser armen Tiere wurde gar nicht durch das Chlordioxid verursacht. Es war die anteilige Menge des Wassers, also 99,7%, in der Chlordioxidlösung, das man in sie hineingezwungen hat. Und da Ratten sich nicht erbrechen können …

Herr Experte: (fängt an zu stottern) Nein, das ist… äh… nicht so einfach…

Columbo: (seufzt, als ob er müde wäre) Wissen Sie, ich habe mir das alles nochmal durch den Kopf gehen lassen. Der behauptete, unbelegte und schwer nachvollziehbare LD50-Wert von Chlordioxid? Irrelevante Theorie ohne Realitätsbezug. Zudem er, wenn der offiziell behauptete Wert überhaupt stimmt, weniger toxisch ist als der von reinem Wasser. Könnte es nicht sein, dass die freigesetzten Chloridionen in der Lösung möglicherweise als Salz sogar geholfen haben, den Tod durch die Elektrolytstörung des zu vielen Wassers hinauszuzögern? Das würde die geringere Toxizität von Chlordioxidlösung im Vergleich zu Wasser erklären.
Und kennen Sie, Herr Experte, eigentlich den offiziellen NOAEL-Wert[6] von Chlordioxid, der die höchste Dosis oder Konzentration einer Substanz angibt, bei der in einer exponierten Population langfristig keine nachweisbaren, schädlichen Wirkungen auftreten? Der liegt bei Chlordioxid mit fast 3 mg[7] pro Kilogramm Körpergewicht (=einem Hundertstel ihres behaupteten LD50-Wertes) immer noch weit über dem, was ein Mensch zu sich nehmen würde.
Kurz gesagt: Chlordioxid ist unschuldig.

Herr Experte: (verstört) Aber…

Columbo: (klopft Herrn Experte auf die Schulter, lächelt freundlich) Eine letzte Frage: Warum versuchen Sie eigentlich, das Chlordioxid in ein so schlechtes Licht zu rücken?

Herr Experte: (bricht unter dem Druck zusammen) Nun ja, es ist … kompliziert. Manchmal gibt es Interessen, die… nun ja, gewisse Narrative bevorzugen. Es ist einfacher, wenn man die Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung lenken kann, verstehen Sie? Das schafft… sagen wir… Gelegenheiten.

Columbo: (nickt respektvoll) Aha, verstehe. Ein klassischer Fall von … wie würden Sie es nennen? Wissen Sie, meine Frau sagt immer: „Am Ende kommt die Wahrheit ans Licht.“ Und bei Ihnen hat sie wohl wieder recht.

Anmerkungen / Quellenangaben
[1] LD50-Wert von Chlordioxid GESTIS Stoffdatenbank
[2] LD50-Wert von Wasser GESTIS Stoffdatenbank
[3] Hyponatriämie wikipedia
[4] Toxizitätsbestimmung LD50 wikipedia
[5] Ratten, Pferde: sich übergeben brain-channel.de
[6] NOAEL-Wert wikipedia
[7] NOAEL-Wert von Chlordioxid canada.ca

Was uns Columbo sagen will

Unsere Argumentationskette aufgrund offizieller Daten:

  1. es gibt einen kolportierten LD50-Wert, der Chlordioxid (CD) mit 292mg/kg angibt.
  2. auch nach längerer Recherche war es uns nicht möglich, die Herkunft dieser Zahlen herauszufinden und nachzuvollziehen.
  3. Nebenbei: Andere Versuche an Ratten zur Toxizitätsfindung ergaben nach eigenen Angaben und Forschung von Andreas Kalcker das Gegenteil: die Ratten tranken freiwillig Chlordioxidlösung (CDL) und je mehr, umso mehr Nachkommen hatten sie.
  4. Der offizielle Wert von 292mg/kg CD (Ratte, oral) entspricht 97ml/kg CDL (0,3%), was ca. 6 bis 7 Liter(!) pure CDL bei einem 70kg schweren Menschen entspricht (bei LD50: Einmaldosis!).
  5. Reines Wasser (H2O) hat einen LD50 von 90ml/kg.
  6. Damit ist aufgrund der offiziellen LD50-Angaben reines Wasser unmissverständlich akut toxischer als dieselbe Menge CDL.
  7. Man könnte es vielleicht schaffen, 6 Liter Wasser auf einmal zu trinken, aber kaum CDL, da man sich vorher erbrechen würde. Wasser hingegen kann bei diesen Übermengen über Störung des Elektrolythaushalts (Natriumverdünnung im Blut) zum Tod führen.
  8. Der LD50-Wert wird mit „Ratte, oral“ angegeben. Das bedeutet, dass die letale Menge CDL in Ratten gezwungen wurde, die sich dem nicht durch Erbrechen erwehren konnten. Ratten wie Pferde können sich anders als Menschen, nicht übergeben. Damit haben sie nicht die Fähigkeit, sich schnell den Magen zu entleeren – egal aus welchem Grund.
  9. Es ist hypothetisch zu vermuten, dass die in LD50-Verfahren üblicherweise nicht ermittelte Todesursache nicht vom CD stammt, sondern durch die schiere Menge an Wasser verursacht wurde. Der 97 zu 90 = 7% statistisch später eintretende Tod bei CDL könnte durch den Zerfall von Chlordioxid freigesetzten Chloridionen entstanden sein, die den Elektrolythaushalt positiv beeinflussen: der  Natriumanteil im Blut könnte während der Elektrolytstörung durch zu viel Wasser geringfügig stärker ausgleichen werden als bei reinem Wasser ohne Salze (reine Hypothese ohne Anspruch auf Richtigkeit).
  10. Der LD50-Wert ist ungeachtet der nicht-Nachvollziehbarkeit des Wertes (Quellenangaben sind nicht auffindbar bzw. nicht nachprüfbar) irreführend, irrelevant und realitätsfern und verzerrt die Idee der Toxizität von CD.
  11. Der LD50-Wert und dessen Methodik liefert daher keinen Nachweis über eine akute Toxizität von CD, da es nicht möglich bzw. nachweisbar scheint, CD in oraler Form in einer annähernd potenziell tödlichen Menge einzunehmen.
  12. Der offizielle NOAEL-Wert (höchster Wert, bei dem langfristig keine Schädigungen festgestellt werden konnten) mit 3mg/kg für CD pro Tag deutet hingegen daraufhin, dass selbst bei starker Überdosierung empfohlener Anwendungen auch langfristig kein Schaden festgestellt werden konnte. 3mg entsprechen knapp 70ml bei einem 70kg schweren Erwachsenen. In einer üblichen Menge (oral) wären das wiederum knapp 7 Liter verdünnte CDL. Eine große Menge, die in keinem üblichen Protokoll und schon gar nicht langfristig empfohlen wird – aber laut NOAEL auch über längere Zeit in dieser hohen Dosierung unkritisch wäre.

Wir freuen uns, wenn dieser Blogbeitrag Menschen anregt, frei zu denken, unsere Argumente eigenständig zu druchdenken, nachzuvollziehen, zu prüfen und sich damit unabhängig zu machen von offiziellen Angaben, aber auch von uns, die wir solche Ungereimtheiten aufarbeiten und darüber berichten.

Wenn wir wirkliches hochwertiges Schwarmwissen aktivieren wollen, dann brauchen wir kritisch hinterfragende Menschen, die weitgehend immun gegenüber Manipulation, Betrug, Framing, (verordnete) Meinungsbildung, Zensur und betreutem Denken sind. Die sich von Medien, Politik, Verwaltungen, Konzernen, Werbung und Titelträgern nicht in ihrer Scharfsinnigkeit einschränken, irritieren und den Blick trüben lassen. Danke, wenn du Teil davon bist und bleibst. :)

Christian, Dezember 2024